NACH CORONA I. Verschwörungstheorien

Pfarrer Dr. Andreas Fincke ist Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland (EKM) und ein Experte für Geschichte und Gegenwart von Verschwörungstheorien

Ein Virus legt die Welt lahm, Es leert die Fußballstadien, stürzt den Staatshaushalt in nie gekannte Defizite, beschneidet die Freiheitsrechte, und niemand sollte dahinter stecken? Diese Vorstellung beleidigt unseren Sinn suchenden Verstand. Das Gesicht der Welt hat sich verändert, weil ein Virus frei mutierte und das Ergebnis zufällig tückisch ist? Kann das sein oder stecken nicht Profiteure, ein Mastermind oder eine ganze Gruppe von Fädenziehern dahinter?

Immer haben Verschwörungstheorien mit dem Zufall gekämpft. Immer sehen sie mehr Sinn, als von den Akteuren der Weltgeschichte zugegeben wird. Und natürlich einen anderen.

Welcher Sinn hat Corona? Diese plausible Frage ist das Einfallstor diverser Erklärungsversuche, die nicht nur für Welterklärer interessant sind, sondern auch praktische Folgen haben. Corona-Demonstrationen versammeln eine heterogene Masse von unterschiedlichen Szenen, Milieus und Einzelfiguren.

Die Ökumenische Akademie versucht die Welt NACH CORONA zu verstehen, und wir beginnen mit einer Veranstaltung, bei der wir uns die Geschichte von Verschwörungstheorien vor Augen führen. Anschließend diskutieren wir mit zwei Gegnern der staatlichen Maßnahmen, einem Pfarrer, der einen apokalyptische Verstehenshorizont aufmacht und einem Pragmatiker, den die Einschränkungen von Wirtschaft und Öffentlichen Leben kritisiert. Hier geht es zu unserem Diskussionsabend Jetzt reichts!! Verschwörungstheorien im Streit.