Auf den Artikel von Alexander Schierholz in der Mitteldeutschen Zeitung gab es eine Leserbrief-Reaktion. Andreas Siegert hat sich hingesetzt und eine Antwort verfasst. Hier ist sie:

Die Verfasserin des Leserbriefs lobt die Initiative der „Friedensreiter“, um dann deren Erfolglosigkeit vorherzusagen. Nur Verbesserungen des Alltags, so ihre Annahme, würden gesellschaftliche Polarisierung überbrücken. Und die ließen sich von den Initiatoren nicht erreichen. Hier sind Klarstellungen nötig: Ziel der Gesprächsangebote an alle Interessierten ist es, Menschen den Austausch auch zu kontroversen Themen zu ermöglichen, ohne, dass Grundlagen unseres Gemeinwesens in Frage stehen. Schließlich entsteht Unzufriedenheit vor allem aus emotionalen Unsicherheiten. Gespräche können helfen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Über mögliche Enttäuschungen oder berechtigte Erwartungen zu sprechen ist wichtig. Denn nur so lassen sich Missverständnisse klären, Fakten vermitteln und Blickwinkel erweitern. Zweifellos gibt es viel Gesprächsstoff, über den angemessen und gerne auch kontrovers, in jedem Fall aber auf Grundlage von Fakten zu reden ist. Im Beklagen zu verharren, auf den Anderen zu zeigen, gesellschaftliche Sprachlosigkeit als gegeben hinzunehmen oder Unzufriedenheit anzufachen, löst kein einziges Problem. – Dr. Andreas Siegert, „Friedensreiter“