Kirchliche Friedens- und Versöhnungsarbeit hat eine lange Tradition. Pax Christi, die Aktion Sühnezeichen, die kirchliche Friedensbewegung. Der Ukraine-Krieg hat die Denkgewohnheiten christlicher Friedensethik gestört. Viele Friedenspfarrer der Bürgerbewegung gehören jetzt zu den Befürwortern einer militärischen Unterstützung der Ukraine. Muss es eine kontextuelle Ethik der militärischen Gewalt geben, die das strikte Friedensgebot der Bibel relativiert oder Waffen als Weg zum Frieden akzeptiert? Und davon abgesehen: Hat nicht auch die christliche Religion ihre Aktien in der Begründung von militärischen Konflikten? Wie steht es um das Verhältnis von Religion und Gewalt?
Streitfrage: Was ist Feindesliebe und wann hört sie auf?
Das Impulsreferat hält Sr. PD Dr. Nicole Grochowina. Sie gehört zu den Selbitzer Schwester, ist habilitierte Geschichtswissenschaftlerin und im Rat der EKD.
Anschließend wird es Interviews am Stehtisch geben, die die Vielfalt spiegeln, welche Spannweite Biographien in der Friedensbewegung hatten. Zugesagt haben bisher:
- Jugenddiakon Matthias Sengewald (Erfurt), der in der DDR-Friedens- und Bürgerbewegung aktiv war und heute für Waffen-Lieferungen an die Ukraine plädiert.
- Pfarrer Dr. André Demut, Beauftragter unserer Kirchen für Landtag und Landesregierung. Er war Bausoldat und inspiriert von Karl Barths Lehre des gerechten Friedens. Die frühe Lektüre von Franz Werfels Die vierzig Tage des Musa Dagh hält ihn bis heute davon ab, Pazifist zu sein.
Wann? 23.10.2025 / 19:00 Uhr
Wo? Kirche St. Elisabeth Gera - Kleiststrasse 7 . 07546 . Gera
Projekt Krieg und Frieden